Donnerstag, 19. November 2015

Geld oder Liebe?

 "Die großen Leute lieben nämlich Zahlen. 
Wenn ihr euch über einen neuen Freund unterhaltet, 
wollen sie nie das Wesentliche wissen. Sie fragen dich nie: 
»Wie ist der Klang seiner Stimme? 
Welche Spiele liebt er am meisten? 
Sammelt er Schmetterlinge?« 
Sie wollen lieber wissen: »Wie alt ist er? Wie viele Brüder hat er? 
Wieviel wiegt er? Wieviel verdient sein Vater?« 
Erst dann werden sie glauben, ihn zu kennen. 
Und wenn ihr den großen Leuten erzählt: 
»Ich habe ein sehr schönes Haus mit roten Ziegeln gesehen, 
mit Geranien vor den Fenstern und Tauben auf dem Dach …« 
werden sie sich das Haus nicht vorstellen können. 
Ihr müsst vielmehr sagen: 
»Ich habe ein Haus gesehen, das hunderttausend Franken wert ist.« 
Dann kreischen sie gleich: »Oh, wie schön!«"
 (aus: der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupér)

Dass ein wirtschaftswissenschaftliches Studium aber auch praktische Lebensentscheidungen widerspiegelt, und schon allein damit seine Daseinsberechtigung hat, sei kurz und bündig an einem klassischen Modell aus der Spieltheorie gezeigt. Dafür nehmen wir zwei junge Menschen, die 17jährige Pünktchen ist ausgelernte Pflegefachfrau und der 20jährige Anton ist ausgelernter Verwaltungskaufmann. Beide lieben einander und sind so glücklich miteinander, dass Familien- und Hochzeitsplanung bereits angedacht sind. Alsdann bekommt Anton ein besser dotiertes Angebot der Verbeamtung in der 500km entfernten öffentlichen Verwaltung. In dem neuen Ort würde Pünktchen jedoch einen schlechter bezahlten Pflegejob annehmen müssen. Beide zögern, da der Tag der Entscheidung und der Umzugskonkretisierung näher rücken. Hier beginnt das Spiel.
Die Spielregeln: beide entscheiden für sich selbst, d.h. unabhängig voneinander, ohne vorher die Entscheidung des anderen zu kennen. Der Entscheidungsprozess findet also innerhalb des eigenen Gewissens, modelltechnisch in der individuellen Nutzenfunktion (U) abgebildet, statt. Sowohl Pünktchen als auch Anton können sich entweder für Liebe oder für Beruf (Geld) entscheiden, demnach hätte Anton bei Liebe den Nutzen U=4 bzw. U=1 und bei Beruf den maximalen U=5 bzw. U=2 (welches jeweilige U bei Liebe oder Beruf nach der Entscheidung verbleibt, hängt von Pünktchen ab), während Pünktchen bei Liebe U=4 bzw. U=1 und bei Beruf U=5 bzw. U=2 bekommen kann. 
 
Das Spiel: Anton wird Beruf wählen, weil U=5 > U=4 (bei Liebe) und Pünktchen wird ebenfalls Beruf wählen, da auch sie dabei den maximalen Nutzen von U=5 (>U=4 bei Liebe) erzielt. D.h., wie die Modellabbildungen auch anschaulich zeigen, das Spiel endet im hellgrünen Punkt, also der Situation, wo beide Beruf wählen, und beide einen Nutzen von U=2 haben. Letztlich also in der Situation, in der beide gemeinsam den niedristen Nutzen (U=4) erzielen, da der Punkt von allen drei anderen dominiert wird. Fachlich gesprochen, das Gleichgewicht, d.h. die Lösung dieses interaktiven Entscheidungsspiels, da jeder die Maximierung seines Eigeninteresses verfolgt, ist daher kein Pa­re­to-Op­ti­mum. Die Antwort, wie sich Pünktchen und Anton tatsächlich im wahren Leben entscheiden, überlasse ich euch...

Kommentare:

  1. Hey, jaa klar, das ist alles eiskalt berechnet, wann ich meine Kommentare schreib. Es sei denn sie sind spät dran. Dann war das nur Faulheit/bzw.antriebslosigkeit oder keine Zeit.
    Milchreis ist auch super =) Ich glaub das hatten wir schon mal, das Thema^^
    Das klingt aber nicht gut was du von Selbsthass und Leere schreibst... wie oft ist das? Oder ist das dauernd? Ich drück dich mal :*
    Nah, ich glaub das mit der Briefform im Post funktioniert nur eine begrenzte Zeit, deshalb wird es das nicht täglich geben^^ das wäre zu schnell ausgelutscht :P
    Hehe, ich LIEBE den Postillon <3

    Hab ein schönes Wochenende und pass auf dich auf!
    Lg, Liv

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  2. Huhu:) also die ptasie mlezcko sind vom Edeka - da gibt es so eine kleine (nicht ueberzubewertende) Ecke mit internationalen Lebensmitteln (nicht immer als solche Erkennbar haha).
    Ich glaube, dass Real auch welche hat :)

    Meine Mutter ist Polin, daher kenne Ich diese Suessigkeiten:)

    Komm gut ins Wochenende!!
    Aymee

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  3. Seelenring? :-DD Interessant und nah dran....das Wding hatte ich tatsächlich gar nimmer gepostet^^

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  4. Neee lol nix Bibliothek! Ich bin Ergotherapeutin im Demenzbereich

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  5. Ich finde es gibt auch sehr gute wissenschaftliche Bücher. Es hilft imho nix, zu lesen, wie sich Betroffene quälen, wenn man nicht den neurobiologischen Background versteht oder andere medizinische Infos hat. Ich finde iÜ dass Lilly Lindner wenig zum Verständnis der AN beiträgt, es ist bei ihr ja eher Randgeschehen. Aber egal, es hätte auch nix geändert ;-) sie hat "Hungrige Zeiten" gelesen.
    Mir gehts um den Mangel an Feingefühl. Wenn ich mit nem trockenen Alki zusammensitz, sag ich auch nicht, och z Zt trink ich jeden abend zwei Gläser von dioesem geilen Rotwein....und dass du als Erkrankter Fett oder was du dafür hälst nicht erträgst und selbstgewählt in die restriktion wechseln würdest, im Falle dass, ist klar :-D. Bloß habe ich eben für mich einen anderen Weg gewählt, den der Akzeptanz bestimmter Physiologien, und dann wollte ich so ein Geseiere net hören, egal ob von Betroffenen, die sich die pergamentdünne Haut vom Leib ziehen und "Ihhhh FETT!!!" brüllen oder von meiner Mutter.

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