Samstag, 7. November 2015

Warum Europa an sich selbst scheitert

"You know you’re in love when home becomes a person, not a place"
(hellogiggles.com)

I. Arbeitsökonomik: Die Frage, warum 27 der 28 Mitgliedsstaaten der EU sich vereinzeln sogar dagegen wehren auch nur einem jungen Syrier Asyl, inkl. Integration, zu gewähren, ist einfach und nur allzu logisch beantwortbar. Man muss nur einen Blick auf die Jugendarbeitslosigkeit in Europa werfen, und schon sieht man, dass es der nationalen Politik seinem eigenen Volk gegenüber überhaupt nicht zu vermitteln ist, Bürgerkriegsflüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren, aber das wäre unerlässlich, als jeder Mensch schon evolutionsbiologisch gewillt ist zu arbeiten. Länder wie Spanien oder Griechenland, mit einer Jugendarbeitslosigkeit von fast 50%, können, selbst wenn sie wollten, schlicht keine Tausenden Flüchtlinge aufnehmen und integrieren. Die substanziellen Probleme Europas sind selbst viel zu groß. 
Dass die eine Million jungen Männer aus dem nahen Osten und Afrika auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt einen negativen Schock bewirken werden, ist an einem einfachen Modell vollkommenen Wettbewerbs, mit einem Mindestlohn über dem Gleichgewichtslohn, zeigbar. Die hinzukommenden Arbeitskräfte verschieben die Angebotskurve nach rechts, dadurch wird die Lücke der Arbeitslosigkeit noch größer. 
Mögliche Gegenmaßnahmen: 1. die Politik setzt den Mindestlohn für Flüchtlinge aus. Das ist politisch nicht vermittelbar, weil dann die Arbeitskräfte 1:1 ausgetauscht würden. 2. Die Mindestlohnkommission passt den Lohn an die neuen Marktbedingungen (Gleichgewichtslohn) nach unten an. Das würde das Einkassieren des Mindestlohnes bedeuten und wird an der hiesigen Arbeitsministerin scheitern. Damit scheitert auch das Integrationsvorhaben für diese Menschen.

 "Die Stimme der Ökonomie ist die Stimme der Vernuft"

II. Europäische Wirtschaftspolitik: Es ist an Absurdität und Zynismus nicht zu übertreffen, wenn in Deutschland ein Flüchtling aus Ghana (sicheres Herkunftsland) zum Maler gelehrt und einer aus Gambia (kein Kriegsland) zum Bäcker ausgebildet wird. Die europäischen Integrationspolitiker haben jahrzehntelang für eine Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der EU gekämpft, nun ist sie endlich da, und in Südeuropa herrscht Massenjugendarbeitslosigkeit, aber die Überschussnachfrage im deutschen Handwerk wird nicht innereuropäisch gelöst. Das ist europäisches Totalversagen und Selbstaufgabe. Indes wird die deutsch-matriarchalische Flüchtlingspolitik, die zu tiefst anti-europäisch, undemokratisch, gesetzesinkonform, unsouverän und unvernüftig ist, dem Ganzen den Anfang vom Ende bereiten. Das Signal nach Afrika und in den nahen Osten zu senden, wer es in einem schäbigen Holzbott über's Mittelmeer schafft, für den haben wir Arbeit und ein besseres Leben, war und ist ein schwerer Fehler, der vielen Menschen, leider auch Frauen und Kindern, das Leben gekostet hat und der am Ende nur einen Gewinner kennt: Schlepperbanden.

"Kann ich jetzt auch nach Deutschland kommen?"
(Ein Junge in Neu-Delhi, Indien)

III. Lösungsimplikationen: Die 58 Milliarden Euro, mit der die EU jährlich seine europäische Argarwirtschaft subventioniert und ein großer Teil von den ebenso absurdhohen EU-Beamten-Pensionen (auch 58Mrd. €) müssen mit sofortiger Wirkung gestrichen und an die Nachbarstaaten der Bürgerkriegsländer überwiesen werden, damit dort vor Ort jedem ausreichend geholfen werden kann und auch dort jedem Chancen für eine Zukunftsperspektive gegeben werden können. Es ist wahnsinnig, dass Menschen fünf Länder durchqueren müssen, ehe sie ein sicheres Land erreichen. 
Wenn die europäischen Argrarbauern (z.B. Argrareinkommen in GB zu 90% subventioniert, in Dt. immerhin fast 50%) nicht mehr zu ihren subventionierten Weltmarktpreisen anbieten können, haben auch afrikanische Argarbauern eine globale Wettbewerbschance, so dass die Menschen nicht mehr aus Armut und Arbeitslosigkeit fliehen müssen. Alle (Bürger-)Kriegsflüchtlinge (Syrier, Afghanen, Eriträer) in der EU sollten indes in den humanitären Schutz (zeitlich beschränktes Aufenthaltsrecht bis Kriegsende) erhalten [s. liberalen Vorschlag]. Kurzfristig ist das in Dt. teilweise geplante Nachzugsverbot für Familienangehörige zu verwerfen, weil es wieder nur die Schwachen trifft!

Kommentare:

  1. Sehr interessanter Beitrag und wirklich gut geschrieben! Es ist derzeit wirklich nicht einfach eine Lösung für die vielen Flüchtlinge zu finden, die sowohl einen Mindeststandard an Lebensqualität, Ausbildung und Zukunft für die Flüchtlinge bietet als auch die vielen Bewohner der EU nicht zu vernachlässigen, denen es ebenfalls nicht gut geht (dein Stichwort Jugendarbeitslosigkeit gerade in den Südstaaten ist hier nicht zu unterschätzen). Ich persönlich finde ja auch die Politiker teils lachhaft, wenn die Opposition die Regierung kritisiert und alle torpediert, was diese vorbringt. Es wäre doch viel wichtiger, hier mal die Parteigrenzen außer Acht zu lassen und gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Zwar zeigt sich der November noch von seiner milden Seite (zumindest tagsüber), aber es leben immer noch zu viele Flüchtlinge in Zelten und nicht zu vergessen Obdachlose auf den Straßen.
    Vielleicht kannst du deine Lösungsvorschläge mal nach Berlin schicken, evtl. wäre eine Kombination der richtige Ansatz!
    Liebe Grüße und eine gute Woche!

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    1. Haha, das stimmt, du warst auch in diesem Jahr maßgeblich mit deinen Socken daran beteiligt :) Gerne also im nächsten Jahr wieder!
      LG
      Melanie

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  2. Lieber Otze,auch für mich waren die Klinikzeiten schöne. für Gesunde nicht nachzuvollziehen, aber dennoch: da war das Essen erlaubt, da war Fürsorge und Aufgehobensein, da war Geborgenheit und eben das Verstandenwerden anderer Erkrankter.
    Aber ich schrieb ja schon mal über Parallelleben und heute, heute will ich nicht mehr tauschen.
    Ich trinke auch Cola light und Zero, aber ich gucke kaum je auf Kcalangaben. Oder wiege den JOGURT IN DER PACKUNG ab. Ich wiege gar nichts mehr ab. Auch mich nicht ;-)

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  3. Mir wurde gesagt, dass die meisten Menschen eine Kaki auslöffeln. Scheint aber auch eher abwegig, wenn man so ein Ding vor sich hat. Die Schale ist "scharf", man muss also aufpassen, das ist ein bisschen unangenehm, wenn man reinbeißt. Am besten mit Schale klein schneiden, aber so viel Geduld und Equipment habe ich meistens nicht. :D
    Liebe Grüße <3

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  4. Ich hab den Eindruck heute zählen fast ausschließlich Zahlen. 'Schlechtes' Abi? "Huch, fallen schon mal die meisten Studiengänge weg, die man studieren könnte." Schlechte Mathenote? "Zu schade, Mathe ist so wichtig und fließt doppelt und dreifach in unseren Auswahlprozess ein"
    Abschluss von 2,0 oder so..?"1,5 ist eig schon Voraussetzung für den Master."
    So seh ich das leider. Um erstmal zu nem Einstellungsgespräch eingeladen zu werden brauch man ja auch erstmal die passenden Qualifikationen und Noten und was nicht alles. Die können ja nicht wissen, dass man ein Fach an sich super verstanden hat aber meinetwegen unter Prüfungsangst leidet und daher schlechte Noten schreibt. Vielleicht wird das ja auch später noch anders, keine Ahnung.
    Vielleicht ist das ja auch nur bei manchen Studiengängen so

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  5. Ist natürlich schade, dass du meine Begeisterung für Silvester nicht teilen kannst. Ich verstehe leider auch gar nicht warum :/ Dass dein Oktober und November weniger erfreulich waren, tut mir auch sehr leid. Ich hoffe, dass sich bei dir einiges ins Positive wenden wird.

    Allerbeste Grüße :)

    mtrjschk.blogspot.com

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  6. Danke für deinen Kommentar, auch wenn sich mir die Frage stellt, wieso du auf Blogs von essgestörten Mädchen herumgeisterst.
    Und ja, jemanden auf social networks zu starken ist nie klug und macht wahrscheinlich immer traurig- das stimmt.

    A.

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  7. Danke für deinen Kommentar! Mir hat das Buch auch wahnsinnig gut gefallen (logisch, sonst hätte ich es womöglich nicht gelesen).
    Ich hoffe dir geht es gut.
    Liebe Grüße

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  8. Da hast du Recht. Wenn man nichts zu sagen hat kann das gut, oder eben schlecht sein. Ich würde sagen beides.
    Hätte ich aber die Motivation würde ich auch Zeit zum schreiben finden. Aber die habe ich im Moment nicht. Einfach leer.
    Das hört sich absolut überhaupt nicht gut an, wie du das formulierst..
    Glaub mir, das Verhältnis zwischen meiner Familie und mir ist alles andere als gut. Gerade deswegen meide ich es darüber zu schreiben. Ich bin froh, wenn ich ausziehen kann.
    Ich hoffe, du bekommst das alles in den Griff und dir geht es bald besser! Niemand verdient so etwas!

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  9. Och, ich denke auf die Erfahrung mit dem Unwetter kann ich gut und gerne verzichten. Warum sollte ich mir das antun? Das ergibt keinen Sinn!
    Und was die Hose angeht: von mir aus darf die locker sitzen. Das ist erwünscht.
    Ja, aber nicht sprudeliges Wasser macht mich auch nicht undurstig. Ich muss mein Sprudel behalten -.-

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  10. Hey, hundert Punkte für dich, ja, das war ich in dem Post, nur vielleicht etwas aufgelöst wegen der blöden Situation mit meinem Freund davor, und außerdem war ich müde und gestresst, das kann sich dann schon mal auf den Schreibstil auswirken. Und ja, klar. Tippfehler gibts immer. Und grad in letzter zeit schaff ich es kaum, nen Post noch mal durchzulesen, ich bin einfach zu kaputt von allem.
    Ich hoff dir gehts okay?
    Lg, Liv

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  11. Freut mich, dass dir die Bilder gefallen haben :) Die Aufnahmen stammen von der Biennale aus Venedig von diesem Jahr. Ich denke die Kunstausstellung könnte dir bekannt sein.

    Grüße!

    mtrjschk.blogspot.com

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  12. Danke für deine Kommentare in den letzten Wochen. Es tut mir wirklich sehr leid, dass ich nicht jeden einzeln beantworte, aber derzeit scheint alles irgendwie.... unbedeutend und nichts-sagend. Wenn das einen Sinn macht. Doch freue ich mich jedes Mal riesig über deine Worte.
    Klar, bei Facebook kann ich dir nochmal meine Adresse geben. Nach deiner müsste ich aber auch erneut fragen, weil ich die vom letzten Jahr wie ausgemacht weggeschmissen habe. =) Danke für dein Interesse.

    Ansonsten hoffe ich, dass es dir gut (besser?) geht.

    Liebe Grüße
    Emaschi

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  13. Hey,
    Es geht mir eigentlich nicht nur um Mathe (wobei das sicher eine große Rolle spielt). Im Grunde kann ich mit dem ganzen Fach nichts anfangen. Wahlmöglichkeiten habe ich übrigens keine. Dieses Semester habe ich Vorlesungen in vwl und bwl, nächstes Semester dann in Mikroökonomie und bwl. Ich kann mir da leider auch keine Schwerpunkte setzen.
    Naja, die ersten zwei Semester muss ich jetzt sowieso erst mal durchziehen. Mal sehen wie es dann weitergeht. :-)

    Liebe Grüße

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  14. Hey, ein bisschen billiger würde ich das auch schaffen, wenn ich einige Sachen statt bei Kaufland bei Lidl hol und z.b. die Billig-Cremefin nehme (keine ahnung ,warum ich das nicht tu, irgendwas stoppt mich^^)
    Ja, Womans Health ist perfekt für Essgestörte :S Abnehmtipps, Sporttipps... aber ich find die besser als z.B. Shape,weil da auch noch andere Artikel drin sind. Über Job, Beziehungen und Sex und sowas :D
    aber ja, das kenn ich auch, mit der Gewohnheit, vielleicht liegts daran mit der Cremefin... und ich werd auch echt gestresst, wenn irgendwas nicht so läuft wie gewohnt, selbst wenns nur ne Kleinigkeit ist :/
    Hab nen schönen Tag!
    Gruß, Liv

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